Beteiligung in der Dorfentwicklung: Eine Einführung

Bild von Arbeitsergebnissen

Die Dorfentwicklung ist ein transparenter und offener Prozess, der maßgeblich von den Einwohnerinnen und Einwohnern einer Dorfregion gestaltet wird. Organisatorisch und konzeptionell teilt sich die Beteiligung dabei in verschiedene Formate und Ebenen ein.

Die niedersächsische Dorfentwicklung basiert auf dem Bottom-Up-Ansatz: Die Einwohner*innen der Dorfregion sind genauso aktiv in den Planungs- und Strategie-Prozess einbezogen wie in die spätere Umsetzung. Die Beteiligung erfolgt dabei im Rahmen eines mehrstufigen Partizipationsansatzes auf unterschiedlichen Ebenen. Öffentliche Einwohnerversammlungen und eine rege Öffentlichkeitsarbeit sorgen dafür, dass grundlegende Informationen über die Ebenen und Akteure hinweg allen Interessierten zugänglich gemacht wird.

Beteiligung auf örtlicher Ebene

Das Ergebnis der Dorfentwicklung, der Dorfentwicklungsplan, ist eine Strategie für die gesamte Dorfregion. Um die Einwohner*innen in den einzelnen Orten zu interessieren und zu aktivieren, erfolgt die grundlegende Partizipation dort, wo sich die Teilnehmer*innen auskennen: vor Ort. Auf örtlicher Ebene werden deshalb themenübergreifend Herausforderungen identifiziert, Ideen entwickelt und mögliche Projekte erarbeitet. Die Einwohner*innen werden dabei von Moderator*innen unterstützt, die den Erarbeitungsprozess als Impulsgeber*innen begleiten.

Je nach Dorfregion finden zwei oder drei zeitlich versetzte Arbeitskreise pro Ortsteil statt, sodass Aspekte aus den regionalen Arbeitskreisen in die weitere Arbeit einfließen können. Außerdem stellt jeder Ortsteil Arbeitskreis-Botschafter*innen, die ortsspezifische Themen auf regionaler Ebene vertreten – und den regionalen Bezug zurück auf die Ortsebene spiegeln.

Beteiligung auf regionaler Ebene

Die zweite inhaltliche und arbeitsorganisatorische Ebene des Beteiligungsprozesses bildet die Dorfregion. In Arbeitskreisen auf regionaler Ebene reflektieren die örtlichen Arbeitskreis-Botschafter*innen, die Ortsbürgermeister*innen und Vertreter*innen der Verwaltung zusammen mit den Dorfentwicklungs-Planer*innen die örtlichen Arbeitskreis-Ergebnisse. Das Ziel ist es, Schnittmengen zwischen den Orten zu finden, regionale Handlungsfelder zu definieren und eine regionale Gesamtstrategie zu erarbeiten.

Je nach Dorfregion bildet sich auf regionaler Ebene eine zusätzliche Lenkungs- oder Steuerungsgruppe, die den Dorfentwicklungsprozess organisatorisch begleitet. Vor allem die Einhaltung formaler Kriterien und die Berücksichtigung anderer Planungen stehen hier im Vordergrund.

Beteiligung auf Augenhöhe

Auch wenn die örtliche Beteiligungsebene allen Interessierten zugänglich ist, zeigt unsere Erfahrung: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nehmen an Arbeitskreis-Formaten nur selten teil, auch junge Eltern oder Senioren sind teils schwer zu erreichen. Sie alle sind keineswegs desinteressiert – ihre Motivation zur Mitarbeit muss bloß anders kanalisiert werden. Je nach Ausrichtung der Dorfregion initiieren wir deshalb alternative, niedrigschwellige Beteiligungsformate, zum Beispiel im Rahmen von Online-Befragungen, aktiver Ansprache in Elterngruppen oder Seniorenvereinen, digitalen Projektideenbögen etc.

Exemplarischer Ablauf eines Beteiligungsprozesses in der Dorfentwicklung von pro-t-in
Idealtypischer Ablauf eines Beteiligungsprozesses in der Dorfentwicklung am Beispiel der Dorfentwicklung in der Dorfregion Diepholz.

Tim Strakeljahn

... betreut Beteiligungsprozesse, konzipiert regionale und dörfliche Entwicklungsstrategien und ist Experte für das Bürgerengagement und die Aktivierung Ehrenamtlicher.

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