Beteiligung braucht Öffentlichkeit: Wo informieren sich die Bürger*innen?

Gemeinsame Arbeit über verschiedene Kanäle

Gesellschaftliche Herausforderungen lassen sich nicht aus Politik und Verwaltung heraus bewältigen, sondern nur durch die Mitwirkung und Mitgestaltung der Bürger*innen. Um sie zu erreichen, braucht es ein Informationsnetzwerk.

Gesellschaftliche Herausforderungen, allen voran der demografische Wandel, aber auch Integration und Inklusion sowie der Erhalt von Dorfgemeinschaften in ländlichen Räumen lassen sich nicht aus Politik und Verwaltung heraus bewältigen. Gebraucht wird die Mitwirkung und Mitgestaltung der Bürger*innen, die die notwendigen Prozesse und Projekte mittragen und vorantreiben. Wer etwas „mittragen“ soll, muss zuvor beteiligt werden, denn nichts ist identitätsstiftender und damit gewinnender für ein nachhaltiges Engagement, als von Beginn an verantwortlich gehört und eingebunden zu sein.

Um das zu erzielen, müssen die Bürger*innen aber erst einmal erreicht werden. Wie kann das gelingen? Mit Strategie! In der Regel ist es eine mindestens Mehrzahl, wenn nicht Vielzahl von Zielgruppen, die im Rahmen von Beteiligungsprozessen angesprochen werden sollen oder müssen. Junge und alte Menschen genauso wie Einheimische und Zugezogene, in Vereinen und Institutionen gut vernetzte Bürger*innen und diejenigen, die eher am Rande stehen. Um sie tatsächlich alle zu erreichen, muss zunächst die Frage beantwortet werden: Wo informieren sie sich? Die Palette der Antworten wird vielfältig sein und von klassischen Medien – Presse, Funk und Fernsehen – über das Netz mit seinen Social Media-Angeboten bis zum Gemeindeblättchen reichen. Und darüber hinaus: Das Gespräch an der Supermarktkasse oder beim Bäcker, der Austausch in der Nachbarschaft, die Begegnung in Vereinen oder Kirchen – all das sind Kommunikationskanäle, die es zu nutzen gilt. Kinder und Jugendliche werden wohl am umfassendsten über die Schulen erreicht, Einheimische über Vereine, Zugezogene (auch Migranten) möglicherweise über Gemeinden, Treffpunkte oder Ehrenamtler*innen, die diese Personengruppe begleiten.

Öffentlichkeitsarbeit beflügelt Beteiligung

Bürger*innen zu erreichen und für die Mitwirkung in einem Beteiligungsprozess zu gewinnen, kostet Mühe und Fleiß. Das beginnt bei der oben gestellten Frage und nähert sich den Zielgruppen dann über die entsprechenden Multiplikatoren wie Vereins- und Verbandsvorstände, Lehrer/Schulleitungen, Gemeindevorsteher etc. Sie alle stellen die erste Ebene des Informationsnetzwerkes dar. Sie gilt es dafür zu gewinnen, dass sie ihre (Vereins-, Verbands-, Gemeinde-, Schul-, …)Netzwerke bedienen, sprich: die Informationen über ihre internen Kanäle weitergeben. Parallel dazu wird die breite Öffentlichkeit mittels klassischer Medien informiert. So greifen die verschiedenen öffentlichen und teilöffentlichen Kommunikationskanäle ineinander, so erreichen unterschiedliche Multiplikatoren die verschiedenen Zielgruppen auf die ihnen gemäße Art.

Professionelle Öffentlichkeitsarbeit beflügelt diese Kommunikation durch verschiedene Bausteine:

  1. Eine umfassende Strategie
  2. Einen markanten Titel und/oder pfiffige Slogans
  3. Informative Presseartikel
  4. Eine zeitlich begrenzte Social Media-Kampagne
  5. Anschreiben für die Ansprache von Multiplikatoren sowie Text- (und Grafik-)Bausteine zur Weitergabe durch die Multiplikatoren an ihre jeweiligen Zielgruppen
  6. Je nach Prozess: Werbemittel wie Plakate, Postkarten, Bierdeckel, …
  7. Nachfassaktionen und Zwischenberichte

Beteiligungskommunikation als mühevolle Fleißarbeit? Ja, aber dafür gibt es ja Spezialisten … ;)

Katharina Mehring

... leitet den Bereich Kommunikation & Marketing. Sie berät in allen Fragen der internen und externen Kommunikation, begleitet Strategie- und Leitbildprozesse, coacht Einzelpersonen und Teams.

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