EmslandDorfPlan: Lasst uns über Stärken sprechen

Gruppenbild der Kick-Off-Veranstaltung zum EmslandDorfPlan

Denken Sie jetzt nicht negativ, sondern fragen Sie sich: Was läuft bestens im eigenen Dorf? Warum ist das so? Welche Schlussfolgerungen könnte man daraus ziehen? Und lässt sich die Vorgehensweise auch auf neue Projekte anwenden? Fragen über Fragen – die ganz positive Effekte für die Entwicklung vor Ort haben können.

Denn die eingangs gestellten Fragen sind nicht problemorientiert, sondern wollen vorhandene Ressourcen besser nutzen. Die „Wertschätzende Befragung“ ist eine Methode, die in Amerika unter dem Titel Appreciative Inquiry entwickelt wurde und darauf zielt, zukunftsorientiert Veränderungsprozesse anzustoßen und zu entwickeln.

Im Normalfall stehen am Beginn einer jeden Dorfentwicklung oder eines Dorfdialogs für ein Beratungsbüro meistens ein Daten- und Faktencheck und eine Stärken-Schwächen-Analyse. Dabei zeigt sich immer wieder, dass bestehende Schwächen zahlreich aufgezählt werden können. Wenn es aber darum geht, die Stärken zu benennen, fällt es den Bürgerinnen und Bürgern deutlich schwerer.

Deswegen nutzt das Modellprojekt „EmslandDorfPlan“, das 2017 vom Landkreis Emsland aufgelegt wurde, den anderen Ansatz der Wertschätzenden Befragung oder Erhebung, um den Bürgerinnen und Bürgern in den ausgewählten vier Prozessen in Holsten-Bexten, Messingen, Hüven und Brual/Neurhede kreative Ideen für die Zukunftsausrichtung ihres Dorfes zu entlocken.

Die Methode wird in mehreren Schritten durchgeführt: Das Entdecken von bestehenden und identifizierten Stärken durch Fragen und Interviews steht ganz zu Beginn. Darauf aufbauend folgt der Schritt zum Erträumen von Visionen, danach das Entwickeln von Wegen und am Ende das Erfüllen angedachter Projekte mittels Umsetzung.

Der EmslandDorfPlan soll dazu beitragen, dass Projekte vor Ort Schwung bekommen und sich zukünftig weiter selbstständig tragen. Die Kreativität in diesem Prozess führt über Symbole, Metaphern und Geschichten zu einem Zukunftsbild, das alle Bürgerinnen und Bürger – im Wortsinne – gemeinsam malen.

Annette Wilbers-Noetzel

... leitet die pro-t-in GmbH als geschäftsführende Gesellschafterin.